• Atlaslogist Claudio Hösl

Der Titan im Nacken - Atlaswirbel C1


In der griechischen Mythologie trägt Atlas das Himmelsgewölbe auf seinen Schultern. Auch unser Atlas, der erste Halswirbel, hat eine gewaltige Aufgabe: Er trägt das Gewicht des Kopfes. Ist seine Funktion gestört, kann das Beschwerden auslösen.




Bei den unterschiedlichsten körperlichen Beschwerden befindet sich der Auslöser oft am Anfang der Wirbelsäule. Doch dagegen lässt sich etwas tun. Eine gezielte Atlaslogie die zur Folge hat, das der Körper seine Selbstheilungskräfte aktiviert. .


Die Wirbelsäule zählt zu den erstaunlichsten Kreationen der Natur. Der Begriff Säule lässt an eine wenig flexible Konstruktion denken. Im Gegensatz dazu ist die Wirbelsäule vertikal und horizontal enorm beweglich, sonst könnten Kinder kaum Purzelbäume schlagen. Und Erwachsenen wäre das nach-hinten-Schauen beim Einparken nicht möglich.


Robuste und Sensible Konstruktion


Die Wirbelsäule muss verschiedene Aufgaben erfüllen: Sie muss filigran und sehr robust zugleich sein. Immerhin hat sie im Alltag einen sechs bis 8 Kilogramm schweren Kopf und einen rund dreißig Kilogramm schweren Rumpf zu tragen und zu halten.

Wenn vollgepackte Rucksäcke oder andere Lasten geschultert werden, nimmt die Belastung um einige Kilogramm zu. In Indien und in Afrika tragen Frauen gar schwere Wassertöpfe auf dem Kopf.


Die Wirbelsäule ist zudem Halteapparat für zwölf Rippenpaare, die wiederum das Herz, die Lunge sowie weitere innere Organe vor Verletzungen schützen.

Die Wirbelsäule gliedert sich auf in sieben Halswirbel, zwölf Brustwirbel, fünf Kreuzwirbel und die zusammengewachsenen Steisswirbel.

Sie alle werden von mehreren Muskelschichten bewegt und gestützt. Ein Geflecht von Bändern stabilisiert sie zusätzlich. Von oben nach unten werden die Wirbel massiver. Im Halsbereich sind sie vergleichsweise zierlich.






Blitzschnelle Nervenimpulse


Ich selbst beschreibe die Wirbelsäule in meiner Praxis als Datenautobahn. Große Mengen an Nervenimpulsen rasen vom Gehirn an ihre Bestimmungsorte im Organismus. Zeitgleich nehmen viele Signale den umgekehrten Weg, sie geben dem Gehirn Rückinfo über Prozesse in den einzelnen Körperbereichen.

Gehirn und Rückenmark steuern zahlreiche körperliche Vorgänge eigenständig. Wer etwa eine Treppe hochsteigen will, muss nicht jeden einzelnen Teilschritt bewusst steuern, die Absicht ist ausreichend. Der Körper weiß, welche Muskeln, Sehnen und Gelenke in welcher Reihenfolge dazu bewegt werden müssen. Die entsprechenden Impulse kommen automatisch.


Schlüsselpunkt des Bewegungsapparates


Mit zunehmenden Lebensjahren können die Bandscheiben verschleißen. Gelegentlich verlassen sie ihre ursprüngliche Position. Dann können Lähmungen sowie Empfindungsstörungen auftreten, weil die Bandscheiben auf die Nerven drücken und deren Signalübertragung abbremsen.

Wenn gar ein einzelner Wirbel verschoben oder blockiert ist, gerät die komplexe Statik des Körpers aus der Balance.

Auch muskuläre Ungleichgewichte, Gleichgewichtsstörungen und andere Beschwerden sind möglich. Die Liste reicht von chronischen Verdauungsproblemen bis zu Harnwegsbeschwerden, um nur zwei Beispiele zu nennen.




Schlüsselpunkt für das Skelett


Besonders häufig spielt bei solchen Beschwerden der oberste Halswirbel eine entscheidende Rolle. Er ist sozusagen der "oberste Chef" für das Skelett und das Nervensystem. Dieser Wirbel wird Atlas genannt.

Den Namen erhielt er in der Antike – damals waren Heilkunde und Mythologie sehr eng miteinander verflochten.

Der Sage nach war bei den alten Griechen Atlas einer der Titanen, der das Himmelsgewölbe mit seinen Schultern stützt.

Beim uns Menschen trägt der Atlaswirbel den Kopf. In der funktionalen Sprache der modernen Medizin wird er als C1 bezeichnet. Er bildet die Übergangsstelle vom Gehirn zum Rückenmark. Er sitzt unmittelbar unter dem sogenannten Hinterhauptloch, und ist mit dem Schädel über sehr feinen Muskeln, Bänder und einem dichten Nervengeflecht verbunden. Die enge und zugleich flexible Verbindung besteht auch zum zweiten Wirbel, als Axis bezeichnet, mit dem er eine funktionelle Einheit bildet. Diese lassen den Kopf drehen.

Der Bereich gilt als besonders sensible und störungsanfällige Stelle des Körpers.

Der oberste Halswirbel unterscheidet sich in der Form von den übrigen Wirbeln; er ist nahezu ringförmig. Seitlich besitzt er zwei kleine Fortsätze. Die Wirbel C1 und C2 sind im Gegensatz zu den anderen Wirbeln nicht durch Bandscheiben gepolstert, was das Risiko einer Verschiebung, Verdrehung oder Blockierung begünstigt und erhöht.

Passiert dies, kann es nicht nur zu Ungleichgewichten im Skelett und in der Muskulatur kommen, auch der Fluss der Nervenimpulse kann gestaut, behindert oder verzerrt werden. Darum wird das Immunsystem in diesem Fall auch "leistungsgemindert".

Ich beschreibe es gegenüber meinen Patienten als Herunterfahren des Immunsystems.



Blockaden beseitigen


In der Atlaslogie werden von ausgebildete Therapeutinnen und Therapeuten diese Fehlfixierungen durch eine "Atlaszentrierung" behoben. Dazu berührt die behandelnde Person mit den Mittelfingern für eine gewisse Zeit die Haut um die beiden kleinen seitlichen Fortsätze beim Patienten.

Diese Maßnahme wird als «energetisches Adjustment» bezeichnet. Manche nehmen es als feines Schwingen wahr.

Der entsprechende Reiz muss individuell abgestimmt und gesetzt werden. Daher dürfen nur zugelassene und erfahrene Anwender (Atlaslogisten) diese Maßnahme vornehmen.

Bei unsachgemäßer Anwendung kann es zu Komplikationen kommen. Generell dürfen nur Fachpersonen an der Wirbelsäule Hand anlegen; trotz ihrer erstaunlichen Stärke reagiert sie auf unsachgemäße Behandlungen sehr empfindlich.


Beeindruckende Wirkung


Nach der geschilderten kurzen "Zentrierung" pendelt sich der oberste Wirbel selbst in seine optimale Position ein. Damit ist die Behandlung noch nicht abgeschlossen, Ein wichtiger Teil folgt in der unmittelbar anschließenden Ruhephase von rund 20 Minuten.

Meine Patienten verspüren in diesem Teil der Behandlung gelegentlich ein Kribbeln und Wärmegefühl oder auch einen leichten Schmerz. Weil es durch die Haltungskorrektur zu einer tiefgreifenden Entspannung kommt, fallen manche Patienten auch in den Schlaf.

Nach der Ruhephase wird die Stellung des Atlas kontrolliert, der nun in seiner optimalen Position sein sollte.


Überprüfung im Voraus


Auch wenn die eigentliche Behandlung relativ kurz dauert, ist eine sorgfältige Vor- und Nachbereitung sehr wichtig.

Vor der Behandlung werden die Beinlängen verglichen; kleine Abweichungen sind ein Indiz für eine vertikale oder horizontale Fehlstellung des Beckens, die ihrerseits eine ungünstige Wirkung auf die Statik des gesamten Bewegungsapparates und auf die Funktion einzelner Organe hat.

Nach der Behandlung hat sich in der Regel das Becken in der Balance eingependelt und die Beine wirken wieder gleich lang, die Beinlängendifferenz ist beseitigt.

Im Voraus erkundigt sich der Atlaslogist auch nach bestehenden oder früheren Beschwerden.


Ablauf im Einzelnen.




Mehrere Behandlungen erforderlich


Die Muskulatur benötigt einige Wochen, bis sie sich dauerhaft den veränderten Spannungsverhältnissen angepasst hat.

Typische und häufige Einsatzgebiete der Atlaslogie sind Schmerzen im Rücken und im Nacken, etwa als Folge eines Schleudertraumas oder eines anderen Ereignissen. Aber es sind in meiner Praxis auch mehr und mehr Schwindel, Migräne und Kopfschmerz geplagte Menschen anzutreffen.

Bei verschiedenen organischen Beschwerden ist eine Verbesserung ebenfalls möglich; sie müssen im Einzelfall geprüft und mit der Fachperson für Atlaslogie besprochen werden.

Auch bei Kindern ab dem Säuglingsalter kann es zu einer behandlungsbedürftigen Atlasblockade (KISS-Syndrom) kommen. Mögliche Ursachen sind Geburtstraumata sowie Stürze. Anzeichen für eine Störung der Atlasbeweglichkeit sind dauerhafte Bewegungs- und Empfindungsstörungen auch haben diese Kinder eine bevorzugte Blickrichtung und Schreien fast die ganze Nacht, da sie durch eine Atlasverschiebung an Verspannungen leiden.


Da ich seit vielen Jahren als Atlaslogist diese schonende Methode bei sehr vielen Menschen mit großem Erfolg angewandt habe, bin ich von der Wirkung der Atlaslogie in jeder Hinsicht überzeugt und kann diese Behandlungsart empfehlen.


Bei Interesse und weiteren Fragen bitte Kommentarfunktion nutzen!





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